Dynamische Verlaufsmodelle der Gruppe
Ausbildungsperspektive

Michael Hayne, Bonn


1. Vorbemerkung

In der psychoanalytischen Therapie gibt es von Anbeginn an eine Vorstellung über einen typischen Ablauf. Von zentraler Bedeutung sind Äußerungen Freuds, in denen er für die Therapie, die er damals als Einzelpsychotherapie verstand, die Empfehlung gab, "die verborgenen und vergessenen Liebesregungen der Kranken aktuell und manifest zu machen" (Freud, 1912, S. 374). Freud hatte die Vorstellung, dass der Analytiker sich dabei vor allem denjenigen unerledigten Libidobesetzungen zuwenden sollte, die mit der Entstehung bestimmter neurotischer Fehlentwicklungen in einem besonderen Bedingungszusammenhang standen. Dort, wo auf dem Entwicklungsgang eines Patienten durch seine Kindheit besondere Fixierungen und pathogene Abwehrmanöver seitens des Ichs entstanden waren, sollte die psychoanalytische Therapie vornehmlich ansetzen. Hierzu empfahl Freud, die Übertragungsregungen der Patienten auf die Person des Behandlers als besondere Indikatoren solcher krankmachender Faktoren anzusehen und zum Zwecke der Heilung zu analysieren (Freud, 1916/17, S. 461; vgl. auch noch 1937, S. 84 ff).

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