Eine Ausbildungsinstitution als Organisation
Josef Shaked, Wien


Für die psychoanalytische Erforschung von Gruppen und Institutionen haben sich die Modelle Freuds und Melanie Kleins als außerordentlich brauchbar erwiesen. Freuds Entwurf der ödipalen Konstellation bzw. Seine Rückführung des Generationenkonflikts auf den Mord des Urvaters mit der anschließenden Etablierung des Über-Ichs kann zum Verständnis von ähnlichen Vorgängen in allen Institutionen beitragen Auf tiefere Ebene spielen sich in allen menschlichen Gruppierungen projektive und introjektive Vorgänge ab, wie sie Melanie Klein bei der Kindheitsentwicklung beschrieben hat, und Bion in seiner Gruppentheorie als Grundannahmen postuliert hat. Diese Vorgänge dienen als Gerüst zum Verständnis des Gruppengeschehens bei der gruppenanalytischen Ausbildung. Darüber hinaus kann man dieses theoretische Gerüst anwenden, um unbewusste Vorgänge auch bei der Organisation der gruppenanalytischen Ausbildung aufzudecken, welche die Arbeitsaufgabe der Ausbildungsinstitution stören könnten. Diese ungewöhnliche Perspektive, nämlich die Anwendung der analytischen Arbeitsmethode auf unbewusste Mechanismen in der eigenen Institution, ist eine doppelt schwierige Aufgabe für einen Gruppenanalytiker, der kein ausgebildeter Organisationsberater ist.

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