Die Großgruppe als Selbsterfahrung in Altaussee
Ausbildungsperspektive

Josef Shaked, Wien

(Vortrag beim 20jährigen Jubiläum der Workshops in Altaussee am 7. Oktober 1995)


Zunächst einige historische Vorbemerkungen: Gleich zu Beginn der Altausseer Workshops vor 20 Jahren erzählte Alice Ricciardi von neuen aufregenden Experimenten mit Großgruppen in England, die auf großes Interesse, aber auch Ablehnung dort gestoßen sind. Sie schlug vor, auch bei uns in Altaussee mit Großgruppen zu arbeiten und sie als Bestandteil unseres Settings einzusetzen. Wir waren alle von der Idee fasziniert, haben uns aber nicht getraut, mit diesem neuen etwas furchteinflößenden Setting zu arbeiten. Die natürliche Wahl fiel auf eine Gruppenleiterin, die eine Heimstätte für verwahrloste Jugendliche leitete und sich als Expertin auf diesem Gebiet darbot. Sie leitete aber die erste Großgruppe wie ein Feldwebel, so dass wir uns veranlasst sahen, uns von ihr zu trennen und ebenso von einer andern Gruppenleiterin, die ihre Gruppe dirigistisch indoktrinierte. Die Leitung der Großgruppe war wieder vakant. Schließlich habe ich mich - etwas leichtsinnig - bereit erklärt, die Leitung der Großgruppe zu übernehmen, obwohl ich keinerlei Erfahrung darin hatte. Ich erinnerte mich aber, einmal schon eine Großgruppe erlebt zu haben, die ein paar Jahre zuvor in Berlin von zwei Engländern - Lionel Kreeger und Jim Hume - geleitet worden war. Es handelte sich dabei um eine Wochenendveranstaltung im privaten Rahmen, bestehend aus zwei Kleingruppen, die zum Schluss eine Großgruppe bildeten. Die Teilnehmer waren ein buntes Gemisch von an Gruppen interessierte Freudianer, Adlerianer, Jungianer, Schulz-Henckeianer und Daseinianer. Michael Hayne war übrigens auch dabei, ohne dass wir uns damals gekannt hätten.

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