Die Indikationsstellung in der Gruppentherapie
Michael Hayne, Bonn
in: Jahrbuch der Gruppenanalyse, Band 4, Mattes Verlag, Heidelberg 1998, S. 137 - 148


1 Einführung

Zunächst erscheint es ganz selbstverständlich, dass wir nicht alle Patienten in der Gruppentherapie behandeln können. Jeder Psychotherapeut, der auch mit Gruppen arbeitet, hat schon die Erfahrung gemacht, dass Patienten, die er für eine Therapie-Gruppe vorgesehen hatte, zur ersten Sitzung nicht erscheinen oder innerhalb einer ersten Behandlungsphase abbrechen. Was liegt da näher, als das Augenmerk auf die Frage zu richten, welche Patienten "gruppenfähig" sind und welche nicht.

Dennoch erweist es sich, dass diese Frage in die Irre führt. Erstaunlicherweise nehmen wir gelegentlich wahr, dass Patienten, die bei uns eine Gruppentherapie abgebrochen hatten, in einer anderen Therapiegruppe zurechtkamen. Das mag mit dem Wechsel des Behandlers oder auch des Settings einhergehen. Aber auch, wenn ein Settingwechsel vorlag, wenn also z.B. jemand, der eine ambulante Gruppe abbrach, dann im Anschluss in einer Klinik mit Nutzen an einer Gruppentherapie teilnimmt, muss uns dies nachdenklich stimmen.

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