Wechselwirkungen zwischen Kleingruppen und der Großgruppe in einer Ausbildungssituation

Josef Shaked, Wien


Im Gruppenprozess wird jeder Teilnehmer Übertragungen und Projektionen seitens der anderen Gruppenmitglieder ausgesetzt und muss daher seine Identität neu reflektieren und erneut in Frage stellen. In der Ausbildungssituation in Altaussee kompliziert sich die Situation durch die tägliche Teilnahme an zwei Kleingruppensitzungen und einer Großgruppensitzung durch acht Tage hindurch, wobei die Großgruppe ebenfalls von einem Gruppenleiter analytisch geführt wird und zur Erforschung von unbewussten Prozessen dient und nur von den Kleingruppenteilnehmern und nicht von deren Gruppenleitern besucht wird. Dadurch entwickelt die Großgruppe ihre eigene Dynamik und eine eigene Identität, die eigenständig und parallel zu den Kleingruppen verläuft. Es bestehen Wechselwirkungen zwischen beiden Gruppenformen, sie stehen im Gegensatz zueinander, unterstützen und beeinflussen sich gegenseitig. Durch die gleichzeitige Teilnahme an zwei Formen der Selbsterfahrung geraten die Teilnehmer in innere Konflikte durch die Zugehörigkeit zu zwei analytischen Gruppen. Da ist ambivalente Loyalität den Kleingruppen und deren Leitern gegenüber, die Scheu, die Intimität und die Geheimnisse der Kleingruppe sowie die Beziehung zum Kleingruppenleiter vor der Öffentlichkeit der Großgruppe preiszugeben, aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl zur Großgruppe mit ihrem Sog und ihrer eigenen Gesetzlichkeit. Die Großgruppe fasziniert und verwirrt allein schon durch ihre Größe und Unüberschaubarkeit. Eine zusätzliche Bedeutung kommt ihr dadurch zu, dass jedes Workshop in Altaussee mit der Großgruppe beginnt und endet.

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